Biotechnologische Produktion von Antikörpern

Hintergrund

Antikörper und ihre Fragmente sind oft die einzige Therapieoption für lebensbedrohliche Erkrankungen, sodass sie die am stärksten wachsende Produktgruppe der globalen pharmazeutischen Entwicklungspipeline ausmachen. Die zentrale Herausforderung hierbei ist die kostengünstige und effiziente Herstellung dieser biomolekularen Wirkstoffe mit möglichst hochproduktiven Pharma-Zellfabriken. Anders als für Gram-negative Bakterien ist die Produktion von Antikörperfragmenten in Gram-positiven Bakterien kaum erforscht, obwohl vor allem durch direkte funktionale Sekretion des Produkts eine erleichterte Aufarbeitung ermöglicht wird. Daher soll die rekombinante Produktion von Antikörperfragmenten in diversen Gram-positiven Bakterien molekulargenetisch ermöglicht, auf Wachstums- und Produktbildungskinetik hin untersucht und bioprozesstechnisch optimiert werden. Die molekularbiologischen Arbeiten werden in Kooperation mit der AG Biedendieck (Institut für Mikrobiologie Braunschweig) durchgeführt. Das ibvt  und das Institut für Mikrobiologie Braunschweig arbeiten als Mitglieder im Zentrum für Pharmaverfahrenstechnik (PVZ) in einem interdisziplinären Konsortium mit weiteren Gruppen der Technischen Universität Braunschweig und der Technischen Universität Clausthal zusammen.

 

Ziele

Produktion rekombinanter Antikörperfragmente: D1.3 scFv-Fragment gegen Lysozym, neutralisierendes scFv-Fragment gegen Clostridium difficile toxin

Vergleich der Produktion in diversen Gram-positiven Bakterien: Bacillus sp., Lactbacillus sp., Brevibacillus sp. Corynebacterium glutamicum

Bioprozesstechnische Optimierung im Labormaßstab

Integrierte Betrachtung entlang der Wertschöpfungskette: Synthese, Produktaufarbeitung, Formulierung und Qualitätssicherung