M.Sc. Johannes Gädke promoviert am ibvt

Am Freitag, den 21. April 2017 legte Herr M. Sc. Johannes Gädke  erfolgreich seine Disputation am ibvt ab.

Herr Gädke promovierte über das Thema In situ-downstream processing of recombinant histidine-tagged proteins from cultivations of Bacillus megaterium (ibvt-Schriftenreihe, Bd. 79, Cuvillier Verlag, Göttingen, in Vorbereitung), das er innerhalb des Promotionsprogramms Neuartige Synthese- und Formulierungsverfahren für schwerlösliche Arzneistoffe und empfindliche Biopharmazeutika (SynFoBiA) im  Rahmen des Projekts Biopharmazeutika nach Maß – Integrierte Gewinnung von Produkten aus Kultivierungen mit Bacillus megaterium am ibvt in enger Zusammenarbeit mit den Arbeitsgruppen von Rebekka Biedendieck, Institut für Mikrobiologie, Georg Garnweitner, Institut für Partikeltechnik, und Andreas Dietzel, Institut für Mikrotechnik, durchführte.

Innerhalb eines biotechnologischen Prozesses stellt die Produktaufreinigung oftmals den  kostenaufwendigsten Schritt zur Produktdarstellung dar. Für die Herstellung pharmazeuti­scher Wirkstoffe, Diagnostika bzw. analytischer Hilfsmittel, wie sie in dieser Arbeit produziert werden sollten, ist eine hohe Reinheit unerlässlich. Die Reinigungsprozesse müssen hierbei auf die Eigenschaften der Bioprodukte angepasst werden. Jeder Reinigungsschritt führt zu einem Verlust an wertvollem Produkt. Eine Reduzierung der Reinigungsschritte - oftmals als integraler Bestandteil der Kultivierung - ist daher aus ökonomischen Gesichtspunkten  anzu­streben. Eine weitere Herausforderung bei biotechnologischen Prozessen stellt die Tatsache dar, dass jede Veränderung in der Kultivierung, insbesondere auch deren (schein­bare) Verbesse­rung in Richtung höherer Produkttiter, eine aufwändige Anpassung der nachfolgenden Auf­arbeitungsprozeduren sowie auch eine Erhöhung der Kosten zur Folge hat. Da sich alle Prozessebenen gegenseitig beeinflussen, sind Verknüpfungen und Wechselwirkungen, u.a. zwischen Auswahl/Modifikation des biolo­gischen Systems, der Schaffung optimaler physiologischer Kultivierungsbedingungen und geeigneter verfahrens­technischer Maßnahmen sowohl bei der Produktsynthese als auch der -abtrennung und -reinigung zu berücksichtigen.

Aus der hier dargestellten Ausgangslage bestand die Zielsetzung der Dissertation von Herr Gädke, darin, Protein A sowie das D1.3 scFv-Antikörperfragment als Modellprodukte mit Hilfe Histidin-getaggter superparamag­neti­scher Eisenoxidpartikel (SPION) in einer halbautomatisierten Produktaufarbeitung pro­zess­integriert zu gewinnen, die Wiederverwendung der SPION zu testen sowie den SPION-Verlust über mehrere Regenerationszyklen zu bilanzieren und zu minimieren.

Das ibvt gratuliert Johannes Gädke ganz herzlich zu diesem schönen Erfolg.